Jan Marquardt, unser ehemaliger Geschäftsführer, hat den 100 Kilometer Megamarsch Hamburg mitgemacht, um Spenden zu sammeln für die DGM Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke. Hier ist sein Bericht:

„Leider war bei 82 Kilometern Schluss – aus einem unerwarteten Grund …
Start war am Sonnabend mit Riesentrubel und vielen netten Menschen um 12:30 bei Airbus auf Finkenwerder und herrlichem Wetter; fast schon zu warm für eine solche sportliche Herausforderung. Von Finkenwerder aus ging es Richtung Harburg, Wilhelmsburg, Veddel, Neuland und dann in die Nacht hinein Richtung Boberger Niederung immer dem „Zweiten Grünen Gürtel“ folgend. Alle 20 Kilometer war eine Verpflegungsstation aufgebaut mit Obst, Gemüse, Broten, Energieriegeln, Getränken usw. Der Verbrauch soll bei einer solchen Veranstaltung bei ca. 10.000 Kalorien liegen, da braucht es ordentlich Nachschub. Trotzdem habe ich 3 Kilo Körpergewicht auf diesem Marsch verloren.

Der Marsch in der Nacht hatte seine Reize, aber auch navigatorische Herausforderungen: Ab und zu musste die auf dem Handy gespeicherte Routen-App herangezogen werden. Bei Kilometer 60 gab es einen kleinen mentalen Durchhänger: Schaffe ich es, geht es noch weiter, wieso, warum, weshalb? Diese Gedanken waren eigentlich nicht angebracht, denn es lief gut. Also weiter ging es.
Hamburg bei Nacht aus der Perspektive eines Fußgängers ist schon interessant. Morgens um 3.30 Uhr zu Fuß den Ohlsdorfer Friedhof zu durchlaufen hat schon was, das macht man nicht jeden Tag :-).
Alles lief gut – bis etwa zum Kilometer 78. Da merkte ich, dass mein Oberkörper etwas rechtslastig wurde. Bei Kilometer 80 hing mein Oberkörper 30 bis 40 Grad nach rechts durch und ich konnte dies nicht mehr kompensieren. Das habe ich noch nie erlebt. Ich habe mich dann bis zur letzten Verpflegungsstation bei Kilometer 82 regelrecht durchgeschleppt und dort gleich die netten Sanis von den Johannitern aufgesucht. Die haben mich untersucht, keine Auffälligkeiten gefunden, mir aber trotzdem zu einem Abbruch geraten. Das habe ich dann aus Vernunftgründen, aber mit schwerem Herzen gemacht.
Nur noch 18 Kilometer bis zum Ziel: auf die Gesamtstrecke bezogen ein Klacks! Alles lief gut bis dahin: Ich war erst rund 16 Stunden gelaufen, hatte einen Schnitt von 5 km/h inklusive kurzer Pausen und hätte nach etwa 20 Stunden die Ziellinie durchlaufen. Motivation und Kondition waren prima. Hätte alles gepasst. Und dann so was…
Auch wenn es nur 82 Kilometer geworden sind, bitte ich Sie ganz herzlich um Ihre Spende für die DGM,
denn jeder Euro zählt im Kampf gegen die Spinale Muskelatrophie!“
Infos und Spendenkonto unter www.dgm.org (Verwendungszweck: SMA Forschung / Löwenherz)
Foto: dgm